Wie viel muss ich für den Ruhestand sparen?
Zuletzt aktualisiert 2026-07-08
Die meisten Antworten auf "Wie viel muss ich für den Ruhestand sparen?" nennen eine einzelne Zahl — 1 Million, 2 Millionen €, "das 10-Fache Ihres Gehalts". Das sind nützliche Anhaltspunkte, aber Ihre reale Zahl hängt von Ihren eigenen Ausgaben ab, nicht vom Durchschnitt eines Fremden. So berechnen Sie Ihre eigene.
Rechnen Sie rückwärts von Ihren Ausgaben, nicht von Ihrem Gehalt
Gehaltsbasierte Faustregeln (wie "sparen Sie das 10-12-Fache Ihres letzten Gehalts") sind beliebt, weil sie leicht zu merken sind, ignorieren aber, dass es Ihre Ausgaben im Ruhestand sind, die Ihr Portfolio tatsächlich aufzehren — nicht Ihr Einkommen während der Erwerbstätigkeit. Jemand, der 150.000 € verdient, aber 60.000 € im Jahr ausgibt, benötigt eine ganz andere Ruhestandszahl als jemand, der 150.000 € verdient und 110.000 € ausgibt.
Der genauere Ansatz: Schätzen Sie Ihre erwarteten jährlichen Ausgaben im Ruhestand (Wohnen, Gesundheitsversorgung, Reisen, alltägliche Lebenshaltung), und rechnen Sie dann rückwärts zu der Portfoliogröße, die diese Ausgaben dauerhaft trägt.
Die 25x-Regel erklärt
Wenn Sie planen, jährlich etwa 4% Ihres Portfolios zu entnehmen (die historisch sichere Entnahmerate, die wir in unserem Ratgeber zur Reichweite des Ruhestandsvermögens besprechen), dann entspricht Ihr Zielportfolio einfach dem 25-Fachen Ihrer jährlichen Ausgaben. Bei 70.000 €/Jahr Ausgaben → Ziel von rund 1,75 Millionen €. Bei 40.000 €/Jahr → Ziel von rund 1 Million €.
Möchten Sie mehr Sicherheitsmarge? Zielen Sie stattdessen auf das 28-30-Fache der Ausgaben (eine Entnahmerate von ca. 3,3-3,5%), wenn Sie frühzeitig in den Ruhestand gehen und Ihr Geld eher 40+ als 30 Jahre reichen muss. Wie sich ein früher Ausstieg konkret auf Abschläge, Beitragsjahre und Krankenversicherung auswirkt, steht in unserem Ratgeber zum Vorruhestand.
Was die 25x-Regel außer Acht lässt
- Gesetzliche Rente oder Pensionseinkommen verringern den Betrag, den Ihr Portfolio abdecken muss — ziehen Sie Ihr erwartetes garantiertes Jahreseinkommen von Ihren Ausgaben ab, bevor Sie mit 25 multiplizieren.
- Inflation zwischen jetzt und dem Ruhestand bedeutet, dass Ihre zukünftigen Ausgaben in heutigen Euro nicht die Zahl sind, die Sie multiplizieren sollten — Sie brauchen Ihre Ausgaben in den Eurowerten des Jahres, in dem Sie tatsächlich in den Ruhestand gehen.
- Größere anstehende Kosten — die Tilgung einer Hypothek, die Hochzeit eines Kindes, Pflegekosten — müssen zusätzlich zu Ihrer stabilen Jahreszahl berücksichtigt werden.
Machen Sie daraus einen Sparplan
Sobald Sie Ihr Zielportfolio kennen, stellt sich die nächste Frage: Wie viel müssen Sie monatlich einzahlen, um dieses Ziel bis zu Ihrem gewünschten Renteneintrittsalter zu erreichen, angesichts Ihrer erwarteten Anlagerenditen? Unser Ruhestandsrechner übernimmt diese Berechnung für Sie: Geben Sie Ihr aktuelles Vermögen, Ihre monatliche Einzahlung, die erwarteten Renditen und das gewünschte Renteneintrittsalter ein, und er zeigt Ihr prognostiziertes Vermögen im direkten Vergleich zu Ihrem Ruhestandsziel — sodass Sie sofort wissen, ob Sie auf Kurs sind oder mehr sparen müssen.
Das Wichtigste in Kürze
Ihre Ruhestandszahl ist eine Funktion Ihrer Ausgaben, nicht Ihres Einkommens. Multiplizieren Sie Ihre erwarteten jährlichen Ausgaben im Ruhestand (nach Abzug von gesetzlicher Rente/Pension) mit 25-30, um ein realistisches Ziel zu erhalten, und erstellen Sie dann einen Sparplan, der Ihr Portfolio dorthin bringt.