← Alle Ratgeber

Ruhestandsplanung für Paare & gesetzliche Rente

Zuletzt aktualisiert 2026-07-08

Die Ruhestandsplanung wird komplexer — und oft günstiger — sobald Sie das Einkommen, die Ausgaben und die staatlichen Leistungen eines Partners einbeziehen. So erstellen Sie einen Plan, der Ihren tatsächlichen Haushalt widerspiegelt, nicht die Schätzung für eine Einzelperson.

Führen Sie Ausgaben zusammen, nicht nur Ersparnisse

Viele Paare schätzen getrennt "meine Zahl" und "ihre Zahl" und addieren diese, was den tatsächlichen Bedarf meist überschätzt — gemeinsames Wohnen, Nebenkosten und viele wiederkehrende Ausgaben verdoppeln sich nicht einfach, nur weil zwei Menschen einen Haushalt teilen. Erstellen Sie stattdessen ein einziges gemeinsames Haushaltsbudget für den Ruhestand und wenden Sie dann dasselbe 25-30-fache Ausgabenvielfache (siehe unseren Ratgeber zum Sparziel) auf diese gemeinsame Zahl an.

Führen Sie Portfolios und Entnahmestrategie zusammen

Unabhängig davon, ob Sie getrennte Konten führen oder nicht, ist es für Planungszwecke hilfreich, das kombinierte investierbare Vermögen Ihres Haushalts gegenüber Ihren kombinierten Ausgaben als eine einzige Entnahmeraten-Berechnung zu modellieren, statt dass jeder seine eigenen Konten gegenüber seinen eigenen Ausgaben modelliert. So wird vermieden, dass ein Partner "knapp" erscheint, während der Haushalt als Ganzes gut aufgestellt ist.

Berücksichtigen Sie die gesetzliche Rente korrekt

Die gesetzliche Rente ist ein garantiertes, jährlich angepasstes Einkommen, das direkt verringert, wie viel Ihr Portfolio abdecken muss. Die entscheidende Anpassung: Ziehen Sie Ihr kombiniertes erwartetes jährliches Renteneinkommen von Ihren kombinierten jährlichen Ausgaben ab, bevor Sie Ihr Entnahmeraten-Vielfaches anwenden, um Ihr Portfolioziel zu ermitteln.

Ein Paar, das beispielsweise 54.000 € im Jahr ausgibt und gemeinsam 30.000 € gesetzliche Rente erhält, benötigt ein Portfolio, das nur 24.000 € im Jahr abdecken muss — bei einer Entnahmerate von 4% ergibt das ein Ziel von 600.000 € statt 1,35 Millionen €, wenn die gesetzliche Rente außer Acht gelassen würde. Die tatsächlichen Beträge stehen in Ihrer jährlichen Renteninformation der Deutschen Rentenversicherung.

Auch das Timing spielt eine Rolle, und zwar in beide Richtungen. Ein vorgezogener Rentenbeginn kostet 0,3% Abschlag pro Monat (siehe unseren Ratgeber zum Vorruhestand), ein Aufschub über die Regelaltersgrenze hinaus bringt umgekehrt 0,5% Zuschlag pro Monat — also 6% pro Jahr. Bei zwei Partnern lohnt es sich, den Rentenbeginn getrennt zu optimieren, statt beide gleichzeitig zu beantragen.

Steht bei einem von Ihnen eine Betriebsrente oder Direktversicherung an, ist zusätzlich die Auszahlungsform zu klären — dazu unser Ratgeber Rente oder Kapital.

Modellieren Sie es gemeinsam

Mit unserem Ruhestandsrechner können Sie das Haushaltseinkommen, die Ausgaben und die erwarteten staatlichen Leistungen in einer einzigen Prognose zusammenführen, sodass Sie Ihr tatsächliches kombiniertes Ruhestandsziel und dessen Entwicklung sehen — statt zwei getrennter, übermäßig vorsichtiger Schätzungen, die nicht widerspiegeln, wie ein gemeinsamer Haushalt tatsächlich ausgibt und spart.

Das Wichtigste in Kürze

Planen Sie als Haushalt, nicht als zwei Einzelpersonen: Führen Sie Ihre Ausgaben zusammen, führen Sie Ihre Portfolios für Entnahmeraten-Zwecke zusammen, und ziehen Sie Ihr garantiertes Renten- oder Pensionseinkommen ab, bevor Sie berechnen, was Ihre Investitionen abdecken müssen.

Modellieren Sie Ihren gemeinsamen Ruhestandsplan als Haushalt →